Feigwarzen (Condylomata accuminata)

Bei Condylomata acuminata – auch unter dem Begriff Feigwarzen, Feuchtwarzen und Genitalwarzen bekannte Warzen – handelt es sich um eine Viruserkrankung. Sie sind neben Herpes und
Chlamydien eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Erreger:

Feigwarzen werden fast immer durch Niedrigrisikotypen des humanen Papillomavirus (HPV) verursacht. Die anogenitalen HPV-Typen werden in Niedrigrisikotypen (z. B. 6 und 11) und
Hochrisikotypen (z. B. 16 und 18) unterschieden. Während eine dauerhafte Infektion mit Hochrisikotypen das Risiko für bestimmte Krebsformen (v. a. Gebärmutterhalskrebs, in seltenen
Fällen aber auch für Peniskrebs, Analkrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum) erhöht, werden Veränderungen durch Niedrigrisikotypen kaum in eine bösartige Erkrankung übergehen.

Übertragung und Verbreitung:

Die Krankheitserreger werden am häufigsten durch Kontaktinfektion beziehungsweise Schmierinfektion beim Geschlechtsverkehr oder Intimkontakt sowie beim Oralverkehr übertragen. Eine
Übertragung der Erreger von der Mutter auf das Kind bei der Geburt ist ebenfalls möglich.

Da sich HPV in erster Linie durch Hautkontakt und nicht durch Körperflüssigkeiten überträgt, bieten Kondome nur einen begrenzten Schutz.

Etwa 1 % bis 2 % der sexuell aktiven Bevölkerung haben sichtbare Feigwarzen. Darüber hinaus weisen ca. 5 bis 10 % der Bevölkerung für den Laien nicht erkennbare HPV-bedingte
Schäden an der analen Schleimhaut oder den Genitalien auf, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind und deshalb selten diagnostiziert werden.

Aufgrund der hohen Infektiosität und Verbreitung ist eine HPV-Infektion eine fast zwangsläufige Konsequenz sexueller Kontakte. Fünf Jahre nach Beginn der sexuellen Aktivität haben
sich ca. 70 % aller Frauen mit mindestens einem HPV-Typ infiziert.

Krankheitsverlauf/Symptome:

Die Mehrzahl der Infektionen verläuft ohne klinische Symptome und ist nach einiger Zeit selbst mit aufwendigen Methoden nicht mehr nachweisbar.

Zwischen der Infektion und dem Auftreten von Feigwarzen kann eine Zeit von wenigen Wochen, jedoch auch vielen Monaten, selten sogar Jahren liegen.
Bei etwa 10 % bis 15 % liegt eine stumme (inapparente) Infektion ohne sichtbare Feigwarzen vor.

Fördernde Faktoren für das tatsächliche Auftreten von Feigwarzen sind ein geschwächtes Immunsystem, Feuchtigkeit, Entzündungen und Hautverletzungen.

Die Krankheitserreger bilden bei Männern und Frauen meist in der Genitalregion oder am After in der Regel kleine Warzen, die jedoch zur Beetbildung neigen und dann sich vereinigende
„Warzenrasen“ ausbilden. Auch im Analkanal, in der Scheide der Frau sowie in der Harnröhre sind Kondylome möglich. Kondylome im Mund sind vergleichsweise selten. Feigwarzen machen sich
mitunter durch mehr oder minder starkes Jucken, Brennen oder auch Schmerzen bemerkbar, bei ausgeprägtem Befall produzieren sie auch ein übel riechendes Sekret. Häufig verursachen sie
aber keine Beschwerden und bleiben daher lange unbemerkt.

Gelegentlich entstehen dagegen sehr große Warzenansammlungen, welche als Condylomata gigantea bezeichnet werden. Diese können unbehandelt auch aufbrechen und stark bluten.

Insgesamt ist diese Erkrankung selbst unbehandelt nicht tödlich, kann jedoch erheblichen negativen Einfluss auf die (sexuelle) Lebensqualität des Patienten erlangen.
Condylomata acuminata werden nahezu immer durch Niedrigrisikotypen (in über 90 % der Fälle durch HPV 6 oder 11) verursacht, die nicht als krebsbegünstigend gelten.

Bei geringem Befall ist eine spontane Abheilung ohne medizinische Behandlung möglich und beschrieben.

Diagnostik:

In der Regel erfolgt aufgrund des charakteristischen Erscheinungsbildes nur eine Blickdiagnose. Bei unklarem klinischen Bild, aber auch zur genauen Einschätzung des Ausbreitungsausmaßes der
Warzen, stehen dem behandelnden Arzt weitere diagnostische Maßnahmen offen.

Immer sollte eine Untersuchung des Analkanals erfolgen (Proktoskopie), bei der auch ein Befall der von außen nicht sichtbaren Schleimhaut erkannt wird, was häufig auch der Fall ist.

Zur Beurteilung der Schleimhaut des Enddarmes ist eine weitere etwas tiefere Spiegelung nötig (Rektoskopie), wofür der Enddarm zuvor entleert werden muss, z.b. mit einem kleinen Einlauf.

Desweiteren können spezielle Färbemethoden auf der jeweilig betroffenen Haut auch zunächst gesunde Areale als dann doch betroffen entlarven.

Abstriche können zusätzlich bei der Diagnose eingesetzt werden, welche dann mit verschiedenen Verfahren (PCR zur Virus-DNA Bestimmung) z.T. sogar den genauen HPV Typ, und damit auch ein etwaiges Krebsrisiko benennen können.

Behandlung:

Zur Therapie der Condylomata stehen verschieden Verfahren zur Auswahl, die je nach Lokalisation, Ausmaß und ggf HPV-Typ unterschiedlich häufig Anwendung finden.

Die in unserer Praxis häufigste Methode ist die komplette chirurgische Abtragung der Warzen, wobei wir mit viel Erfahrung mit sehr gewebeschonenden und streng oberflächlichen Methoden operieren. Verletzungen des Schließmuskels oder
narbige bleibende Schäden haben wir in unserer langjährigen Praxis noch nicht erlebt.

Zusätzlich wählen wir meist unterstützend weitere Therapieverfahren wie Laserbehandlung, Argon-Plasma-Destruktion, Elektrokauterisation oder die Salbentherapie. Alle diese Methoden können in geeigneten Fällen in Kombination manchmal
aber auch als alleinige Behandlung eingesetzt werden.

Vorbeugung:

Wirksamste Vorbeugung gegen eine Infektion sind Enthaltsamkeit und die Impfung. Safer Sex bietet keinen vollständigen Schutz, verringert die Gefahr einer Ansteckung jedoch deutlich. Der prophylaktische HPV-Impfstoff gegen die HPV-Typen
6, 11, 16 und 18 schützt nach den bislang vorliegenden Untersuchungen zu einhundert Prozent vor einer Infektion mit den genannten Virentypen.

Die erste Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, da die Impfung offenbar keinen Einfluss auf bereits bestehende Infektionen hat. Daher ist sie auch in aller Regel nur bei Mädchen vor Beginn der sexuellen Aktivität in Deutschland verbreitet.

Eine abschließende Beurteilung der Wirksamkeit sowie der Verträglichkeit ist wie bei allen neuen Medikamenten und Verfahren nicht möglich, Nebenwirkungen scheinen bislang allerdings keine Rolle zu spielen. Unklar ist derzeit, wie lange ein solcher Impfschutz anhalten wird

Da die Impfung nicht gegen alle HPV-Typen wirkt, sollten aber auch geimpfte Frauen die Vorsorgeuntersuchungen gegen Gebärmutterhalskrebs (ab 20 Jahren) auf jeden Fall nutzen.

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