Obstruktives Defäkationssyndrom

Unter einem obstruktiven Defäkationssydrom versteht man eine Entleerungsstörung des Enddarms, die durch eine ventrale Rektozele (innere Ausbuchtung des Enddarms nach vorne) oder
durch einen inneren Rektumprolaps (ein Teil des Enddarms stülpt sich in sich selbst ein, auch innere rektoanale Intussuszeption genannt) verursacht wird. Die adäquate
Diagnosestellung und Therapie der Entleerungsstörung stellt wegen der vielfältigen Ursachen, der vielschichtigen Ausprägungsform und der differenzierten Behandlungsmöglichkeiten
eine Herausforderung dar.
Wichtig ist eine differenzierte Diagnostik, wobei folgende Ursachen ausgeschlossen werden müssen:

  1. Primär internistische Ursachen einer chronischen Obstipation (metabolisch, endokrin, neurologisch-psychiatrisch, medikamentös)
  2. Kolontransportstörung (slow transit constipation)
  3. Segmentäre Transportstörung (Divertikulitis, Sigmoidozele)
  4. Funktionelle Störungen (Koordinationsstörung, Anismus, Spastik)

Welche Symptome haben Patienten mit ODS?

  1. Gefühl der unvollständigen Entleerung
  2. Erfolglose, wiederholte Defäkationsversuche
  3. Intensives Pressen
  4. Verwendung von Abführmitteln und Einläufen
  5. Verlängerte Defäkation
  6. Stuhlentleerung nur unter Zuhilfenahme der Finger
  7. Schmerzen und Druckgefühl
  8. Stuhlschmieren
  9. Schwierigkeiten, den Stuhl willkürlich zu halten Blutung

Welche Veränderungen werden nachgewiesen?

Die ventrale Rektozele gehört zu den häufigsten Veränderungen, die bei der Defäkationsstörung nachgewiesen werden kann. Meist sind Frauen betroffen. Die ventrale
Rektozele tritt meist kombiniert mit anderen Beckenbodenfunktionsstörungen auf, so dass die Ursache der Entleerungsstörung in der Regel schwer zu beantworten ist.

Welche Möglichkeiten der Therapie existieren?

Die von Dr. Longo entwickelte Technik der transanalen Resektion des unteren Enddarms (STARR = stapled transanal rectal resection) mit zwei 33mm Zirkularstaplern stellt eine neue
Behandlungsmöglichkeit des obstruktiven Defäkationssyndrom (Vorliegen eines inneren Rektumprolaps und ventraler Rektozele) dar. Ziel des Operationsverfahren ist das Wiederherstellen
der “normalen” Anatomie, die Wiederherstellung der Kontinuität der rektalen Muskelwand mit Rückgewinnung der normalen Kapazität und Funktion des Rektums sowie die anatomische Korrektur
der Rektozele mit Rückbildung der entsprechenden Kolpozele.

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